Neu: BMUB-Ressortforschungsplan 2015 zu Rohstoffpolitik und Abfallwirtschaft

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Bundesumweltministerium (Foto: ©BMUB/Florian Profitlich)

Berlin — Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) benötigt für die Umsetzung seiner politischen Ziele wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlagen und -hilfen. Dazu leistet die Ressortforschung des BMUB als Brücke zwischen Forschung und Bundespolitik einen wesentlichen Beitrag. Sie richtet sich an den Prioritäten und Zielsetzungen des Hauses aus. Der dazu erforderliche, mittelfristige Forschungsbedarf des BMUB wird in dem folgenden Forschungsrahmen beschrieben.

Die Konkretisierung des Forschungsrahmens durch einzelne FuE-Vorhaben wird jährlich durch den Ressortforschungsplan (bisher Umweltforschungsplan/UFOPLAN) vorgenommen. Die aktuellen Forschungsvorhaben, die im Jahr 2015 beginnen sollen, sind nach der textlichen Darstellung des Forschungsrahmens als Übersicht – dem Ressortforschungsplan 2015 – aufgeführt.

Es besteht aktuell Forschungsbedarf im Bereich Ressourceneffizienz, Rohstoffpolitik,
Kreislaufwirtschaft, Abfallwirtschaft für:

  • Festlegung geeigneter Maßstäbe beziehungsweise Indikatoren zur Erfolgskontrolle der im Abfallvermeidungsprogramm be­nannten Maßnahmen;
  • Analyse der neuen Regelungen zu gewerblichen Sammlungen von wertstoffhaltigen Abfällen aus privaten Haushalten hinsicht­lich Verbesserung der Qualität und Quantität des Recyclings und einer Stärkung des Wettbewerbs;
  • Fortschreibung der Methodik zum Quotenmonitoring für Alt­fahrzeuge zur Stärkung der Datenvalidität und Realitätsnähe in der Berichterstattung mit dem Ziel der Hochwertigkeit der Ver­wertung der Shredderrückstände und höherer Ressourceneffi­zienz;
  • Effekte auf das Recycling, die infolge „intelligenter“ Materialien in Produkten (hier Verpackungen) entstehen. Untersuchungen bei Produzenten und Entsorgern, um positive umweltbezogene Effekte in der Verpackungsgestaltung zu erschließen;
  • Prognose der Zusammenhänge zwischen demografischem Wan­del und Kreislaufwirtschaft durch belastbare Untersuchungen zur Schaffung von Grundlagen für tragfähige Strategien zum Umgang mit dem demografischen Wandel;
  • Langzeitversuch zum Test und zur Weiterentwicklung mineralöl­freier Druckfarben im Zeitungsdruck; der wichtigste Rohstoff für die deutsche Papierindustrie (Altpapier) soll vor Mineralölkonta­minationen geschützt werden;
  • Anforderungen an eine Getrenntsammlung von Bioabfällen mit der gleichzeitigen Forderung nach einer hochwertigen Verwer­tung dieser Abfälle;
  • Monitoring des Vorkommens von Arzneimittelrückständen im Recyclat der Phosphorrückgewinnung aus Klärschlämmen sowie im Boden für eine hinreichende Bewertung der Umweltrisiken;
  • Fortschreibung des Deponierechts zu Fragen des Rückbaus oder teilweisen Rückbaus von Deponien im Hinblick auf eine ressour­censchonende Abfallbewirtschaftung, aufbauend auf dem natio­nalen Rechtsrahmen sowie den EU-rechtlichen Vorgaben;
  • Steigerung eines hochwertigen Recyclings von Bauabfällen auf Gipsbasis durch eine ökobilanzielle Betrachtung des Recyclings von Gipskartonplatten;
  • Frühwarnsystem (Risikoradar) für die Versorgung mit ökolo­gisch kritischen Rohstoffen zur Ableitung von Handlungsemp­fehlungen an die deutsche Rohstoffpolitik zur Verbesserung der Umweltbilanz des Rohstoffabbaus in Drittländern;
  • Anknüpfungspunkte völkerrechtlicher Handlungsoptionen zur Steigerung der Ressourceneffizienz sowie bei internationalen Institutionen, um Themen der Ressourceneffizienz in der inter­nationalen Verständigung nutzen zu können;
  • Entwicklung einer zentralen digitalen Plattform zu Fragen des Ressourcenschutzes, die die Vielzahl an Daten und Informatio­nen strukturiert und frei zugänglich barrierefrei zur Verfügung stellt; Grundsteinlegung für eine auf Open Data basierenden Informationsplattform;
  • Policy-Mix-Programm, bestehend aus ökonomischen, rechtli­chen, informationellen und institutionellen Planungs- und Prüf­instrumenten, zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deut­schen Wirtschaft und des gesellschaftlichen Wandels durch Ressourceneinsparung;
  • Beschreibung und Bewertung multifunktionaler Nutzungen von Land und Fläche im Sinne der Ressourceneffizienz am Beispiel „ressourceneffizienter Biomassebereitstellung“, eingeschlossen Ansätze zur ressourceneffizienten Ausgestaltung des Wandels zu einer Bioökonomie;
  • Kompatibilität von Ressourcenschonung und wirtschaftlichem Wachstum. An Modellen von „Postwachstumsgesellschaften“ soll geklärt werden, welche (makroökonomischen) Alternativen zum bestehenden wachstumsorientierten Wirtschafts- und Finanzsys­tem bestehen;
  • Kennzahlen und Indikatoren der Ressourceneffizienz in Rechen­zentren zum verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen in der stark wachsenden IT-Branche;
  • Rohstoffliche Voraussetzungen (Verfügbarkeit, Kritikalität) zur Realisierung eines ressourcenschonenden THGnD 2050 zur Ein­ haltung des Zwei-Grad-Ziels durch Analyse, wann und in wel­chem Sektor welche Zwischenziele notwendig sind und auf welche Techniken und gegebenenfalls soziale/organisatorische Innovationen zurückgegriffen werden kann;
  • Entwicklung eines Nachhaltigkeitsstandards für die globale Landnutzung, um durch wissenschaftliche Weiterentwicklung und politische Debatte einen dynamischen Prozess anzustoßen.

Der vollständige Ressortforschungsplan 2015 steht unter bund.de(1) zur Verfügung. Weitere Informationen zur Forschungsförderung bietet die Webseite des BMUB unter bund.de(2).

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)