Batterie-Entsorgung: ADR-Task-Force sucht weiter Lösungen für Transportprobleme

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Batterierecycling (Foto: GRS-Batterien)

Berlin — Die vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) initiierte Task-Force „ADR und Elektro-Altgeräte“ hat auf ihrer Sitzung am 18.2.2015 in Bonn nur kleine Fortschritte erreichen können. Ursächlich für die schwierigen Diskussionen war insbesondere die Erkenntnis, dass die bisherigen Lösungsmodelle nur bedingt geeignet sind, einen gefahrgutrechts-konformen Zustand zu erreichen.

So ist die Verwendung von Gitterboxen für die lithiumhaltigen Altgeräte, die dann in die Container eingestellt werden, nach Einschätzung des Verkehrsministeriums und auch anderer Beteiligter nicht hinreichend. Denn dabei könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich in denjenigen Altgeräten, die in „loser Schüttung“ neben den Gitterboxen in die Container eingebracht werden, ebenfalls noch Lithiumbatterien befinden. Dann aber ist die gesamte Charge nicht ADR-konform und könne im Vollzug beanstandet werden.

Verschärfend kommt hinzu, dass auch kleinste Lithium-Knopfzellen, die sich in immer mehr Geräten befinden, die Anwendung der ADR-Bestimmungen auslösen. Hier werde es nach Auskunft des Verkehrsministeriums auch künftig keine Änderung des ADR geben. Perspektivisch werden daher Lösungsansätze, die auf einer Separierung der lithiumhaltigen Altgeräte von den übrigen Altgeräten aufbauen, nach derzeitigem Stand nicht tragfähig sein können.

Als eine denkbare, mittelfristige Lösungsoption wurde die Absenkung der gesetzlichen Mindestabholmengen im Rahmen der Abholkoordination erwogen (siehe § 14 Abs. 3 des aktuellen ElektroG-Entwurfs). Werde z.B. die Mindestabholmenge für die Sammelgruppen 3 und 5 von 30 Kubikmeter auf 10 Kubikmeter abgesenkt, könnten eher ADR-konforme Behälterkonfigurationen gefunden werden. Eine solche Reduzierung der jeweiligen Mindestabholmengen würde allerdings komplexe logistische und auch wirtschaftliche Folgefragen auslösen. Ein nächstes Treffen der Task-Force soll Mitte März stattfinden.

Quelle: Verband kommunaler Unternehmen (VKU)