Frankreich: Methanisierung von Biomasse spielt zunehmend wichtigere Rolle

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Biogas-Anlage (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Berlin — Bis 2020 soll in Frankreich der Anteil der Biomasse an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um mehr als die Hälfte steigen. Derzeit wird in Frankreich zur Energiegewinnung nur die Hälfte der zur Verfügung stehenden Rest- und nachwachsenden Rohstoffe genutzt.

So ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Projekte zur Energiegewinnung aus Biomasse ausgeschrieben werden. Dreißig Biogasanlagen stehen in Frankreich derzeit auf der Projektliste des deutschen Biogasanlagenherstellers Weltec Biopower. Einige von ihnen werden in Zusammenarbeit mit dem französischen Partnerunternehmen Méthalac aus Lyon durchgeführt.

Weltec Biopower und Méthalac haben die Marktausschreibung für ein Biogasprojekt mit Abgasreinigung gewonnen. Die Anlage im Norden der Franche-Comté, einer Region im Osten Frankreichs an der Schweizer Grenze, wird im Frühjahr 2015 fertig gestellt. Sobald sie betriebsbereit ist, wird die Anlage 70 Normkubikmeter pro Stunde an Biomethan in das französische Erdgasnetz einspeisen.

Diese Anlage bestätigt den aktuellen Trend der Aufbereitung von Biogas zur Gewinnung von Biomethan. Diese Methode spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Zurzeit gibt es in Frankreich nur fünf solcher Anlagen mit Gaseinspritzung. Jedoch wird sich ihre Anzahl deutlich erhöhen, auch auf Grund der ausreichend verfügbaren biologisch abbaubaren Rohstoffe.

Dies gilt auch für die Anlage in der Franche-Comté. 6.000 Tonnen landwirtschaftliche Reststoffe wie Rinder- und Schweinegülle, Zwischenfrüchte und Stärke bilden das Ausgangsmaterial für die Produktion von Biomethan. Sie werden in einem Edelstahlkocher von etwa 1.500 Kubikmetern fermentiert.

Quelle: Wissenschaft-Frankreich 27.2.2015, Französische Botschaften in Deutschland und Österreich