GftZ kündigt Standard für nachhaltige Nutzung von Alttextilien an

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Quelle: Gemeinschaft für textile Zukunft (GftZ)

Berlin — Erfassung und Sortierung von Alttextilien bedürfen einer besonderen Sorgfalt. Die Gemeinschaft für textile Zukunft (GftZ) will hierzu einen Anforderungsstandard für einzelne Prozessschritte definieren, damit eine größtmögliche Wertschöpfung erzielt werden kann.

Da es derzeit keine speziellen Anforderungen hinsichtlich einer hochwertigen und wertschöpfenden Sortierung und Verwertung gibt, ist für die GftZ die Entwicklung und Implementierung eines einheitlichen Standards zur nachhaltigen Nutzung von Alttextilien ein zentrales Element. Im Rahmen der GftZ-Sitzung am 16. Februar 2015 wurde beschlossen, dass dieser Standard noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll.

Alttextilien bedürfen einer besonders sorgfältigen Handhabung bei der Erfassung und Sortierung. Anders als bei Sammelgemischen wie Leichtverpackungen oder Papier werden tragfähige Alttextilien als Bestandteil eines Alttextil-Sammelgemisches nach der Sortierung direkt wiederverwendet. Daher muss im Rahmen der Sortierung die Eignung zur Wiederverwendung bzw. Verwertung grundsätzlich für jedes einzelne Alttextil geprüft werden. Schon bei der Erfassung muss darauf geachtet werden, dass die eingesetzten Verfahren durch mechanische Beanspruchung oder Querkontamination mit Reststoffen und Feuchtigkeit nicht zu einer qualitativen Minderung der Sammelware führen und eine Wiederverwendung potenziell tragfähiger Alttextilien verhindert wird.

Der Standard soll Qualitätskriterien an die Prozesse der Erfassung, Sortierung und Verwertung von Alttextilien definieren und orientiert sich dabei an den unterschiedlichen Verfahren der gelebten Praxis. Hierbei werden „hochwertige“ und „schadlose“ Verfahren unterschieden und „nicht geeignete“ Verfahren explizit herausgestellt, wodurch z. B. im Rahmen von Ausschreibungen künftig auch qualitative Anforderungen an die Erfassung und Verwertung von Alttextilien in einer einheitlichen Form aufgenommen werden können.

Die Gemeinschaft ist offen für den Dialog mit interessierten Akteuren und diskutiert die genannten Ansätze mit den zuständigen Landesbehörden und Institutionen. Weitere Informationen sind unter textile-zukunft.de erhältlich.

Quelle: Gemeinschaft für textile Zukunft (GftZ)