GVM-Studie: Geringe Abfallrelevanz von Kunststoff-Tragetaschen in Deutschland

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Plastiktüte (Foto: ©uschi dreiucker /http://www.pixelio.de)

Frankfurt/Bad Homburg — Der Verbrauch an Kunststofftüten in Deutschland ist im europäischen Vergleich gering. Außerdem werden die Tüten oft wiederverwendet und sind umweltschonend. Das bestätigt eine Studie der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung anlässlich ihrer Dialogveranstaltung „Einweg-Tragetaschen“ des Umweltbundesamts. Auftraggeber waren die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. (IK), die BKV Beteiligungs- und Kunststoffverwertungsgesellschaft (BKV) und der Handelsverband Deutschland (HDE).

Grafik: Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung
Grafik: Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung

Sechs Milliarden Kunststofftragetaschen wurden im Jahr 2012 in Deutschland in Verkehr gebracht. Das entspricht einer Gesamtmenge von 86 Kilotonnen oder einem Verbrauch von 76 Tragetaschen pro Einwohner und Jahr. Diese Werte sind den Experten zufolge erheblich niedriger als der europäische Durchschnitt, der bei 198 Stück pro Einwohner und Jahr liegt.

Tragetaschen haben der Studie nach einen Anteil von drei Prozent am Verbrauch von Kunststoffverpackungen oder 0,17 Prozent am Aufkommen von Siedlungsabfällen. Damit, so die GVM, ist die Abfallrelevanz von Tragetaschen in Deutschland begrenzt. Außerdem werde hierzulande mit den Kunststofftüten überwiegend sehr verantwortungsbewusst umgegangen. Die Studie weist aus, dass 48 Prozent aller Tragetaschen wiederverwendbar sind und 72 Prozent der Endverbraucher die Tragetaschen mehrfach nutzen.

Nur 11 Prozent der über den Einzelhandel verkauften Lebensmittel und Drogeriewaren (FMCG) werden von Endverbrauchern in erstmalig eingesetzten Kunststofftragetaschen nach Hause transportiert. HDE-Geschäftsführer Kai Falk in diesem Zusammenhang: „Der Lebensmittelhandel hat bereits vor Jahrzehnten mit der Selbstverpflichtung, Tragetaschen kostenpflichtig an den Endverbraucher abzugeben, ein Zeichen gesetzt.“ Viele Händler würden darüber hinaus den Kunden Alternativen zur Kunststofftüte wie beispielsweise Tragetaschen aus Baumwolle oder Kunststoff-Fasergewirk anbieten.

Von der EU vorgeschlagene Eingriffe wie ein Verbot von Kunststofftragetaschen mit einer Folienstärke unter 50 Zentimetern – darunter viele zum Wiedergebrauch bestens geeignete Tragetaschen – sind laut der GVM- Studie nicht notwendig und auch nicht zielführend. Die Experten befürchten dann vielmehr das Ausweichen der Kunden auf Tragetaschen mit höherer Wandstärke. Auch spielen Kunststofftüten bei der Verschmutzung von Landschaften oder Gewässern kaum eine Rolle: 99 Prozent werden in Deutschland verwertet.

IK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Bruder: „Das deutsche System der Erfassung und Verwertung von Verpackungen sorgt dafür, dass Kunststofftragetaschen nicht in der Landschaft landen, sondern geordnet werkstofflich und energetisch verwertet werden. In Deutschland besteht auf Grund dieser hervorragend funktionierenden abfallwirtschaftlichen Strukturen kein Handlungsbedarf.“

Für die Kurzfassung der Studie steht unter kunststoffverpackungen.de als Gratis-Download zur Verfügung. Die Langfassung ist bei BKV zum Preis von 350,- Euro zzgl. MwSt. erhältlich.

Quelle: IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.