VKU-Umfrage: 45% verwerten Klärschlamm durch Mitverbrennung in Kohlekraftwerk

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Quelle: Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU)

Berlin — Das Bundesumweltministerium arbeitet derzeit an der Novelle der Klärschlammverordnung mit dem Ziel, die landwirtschaftliche Verwertung zu beenden und eine verpflichtende Phosphorrückgewinnung einzuführen. Seit Anfang 2015 gelten die qualitativen Vorgaben der Düngemittelverordnung auch für Klärschlamm. Der VKU hat dies zum Anlass genommen, die Mitglieder zur aktuellen Situation der Klärschlammverwertung sowie zur Umsetzung der geplanten Vorgaben und den damit zusammenhängenden Kosten zu befragen.

Etwa hundert VKU-Mitgliedsunternehmen haben sich an der Umfrage, die von Ende Oktober bis Anfang November 2014 lief, beteiligt. Das Ergebnis zeigt, dass über die Hälfte der Unternehmen den Klärschlamm landwirtschaftlich verwertet. Lediglich knapp ein Drittel führt den Klärschlamm einer thermischen Entsorgung zu. Dabei stellt die Mitverbrennung in Kohlekraftwerk mit 44,7 Prozent die wichtigste Art der thermischen Entsorgung dar. Monoverbrennung wird etwa von einem Drittel (31,6 Prozent) angewandt. Somit würde eine verpflichtende thermische Entsorgung insbesondere in Monoverbrennungsanlagen für die Mitgliedsunternehmen einen sehr hohen Anpassungsdruck erzeugen. Vor diesem Hintergrund sollten die geplanten Vorgaben des BMUB zur Novelle der Klärschlammverordnung nochmals überdacht werden.

Die Ergebnisse der VKU-Umfrage sollen Grundlage für die weitere Interessenvertretung auf nationaler und europäischer Ebene.

Quelle: Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU)