ACE präsentiert Verlustrechner: Straßen verlieren täglich über 12 Mio. Euro an Wert

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Wertverlustrechner (aktueller Stand 23.2.2015) (Quelle: ACE)

Stuttgart — Auf 47 Milliarden Euro hat sich bis zum 21. Februar 2015 der Wertverlust summiert, den die Verkehrswege in Deutschland erleiden. Angesichts baufälliger Brücken, maroder Straßen, kaputter Weichen und fehlender Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur nahm der ACE Auto Club Europa jetzt erstmals einen interaktiven „Wertverlustrechner Verkehrswege in Deutschland“ in Betrieb.

„Möglicherweise hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die dramatischen finanziellen Folgen seiner Politik nicht immer vor Auge. Mit unserem Verlustrechner kann er nun jederzeit ablesen, in welch rasantem Tempo sich der Zustand von Straßen, Schienen und Wasserwege verschlechtert“, sagte der ACE-Vorsitzende Stefan Heimlich Ende letzter Woche in Stuttgart. „Wer Investitionen verweigert, ist verantwortlich für die Vernichtung unseres Gemeineigentums. Von Steuerzahlern finanzierte Straßen werden einem beschleunigten Verfall preisgegeben, weil nicht ausreichend viel Geld in ihren Werterhalt fließt“, fügte der ACE-Vorsitzende hinzu.

Hintergrund des vom ACE konzipierten Wertverlustrechners sind offizielle Schätzungen der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission „Nachhaltige Verkehrsinfrastruktur-Finanzierung“ (Bodewig-Kommission). Danach klaffte bereits zum Stichtag 1.10.2013 eine Investitionslücke von 40,8 Mrd. Euro. Der geschätzte Wertverlust durch fehlende Sanierung liegt bei 4,6 Mrd. Euro pro Jahr, erläuterte der ACE. Der Zähler berücksichtigt die bis Anfang 2015 getroffenen Entscheidungen für zusätzliche Investitionen. Trotz dieser Geldspritzen schreitet der Wertverlust laut ACE ungebremst voran, aktuell mit einem Tempo von 12,2 Mio. Euro pro Tag.

„Wenn der Verkehrsminister nicht schnell handelt, muss er sich bereits heute den 29. Oktober 2015 im Kalender rot markieren. Denn dann wird der Wertverlust die magische Schwelle von 50 Mrd. überschreiten.“ Deshalb sei es nach Ansiicht des ACE jetzt an der Zeit, zu handeln.

Denn bei Straßen, Brücken, Tunneln und Wasserwegen gehe es um Volksvermögen. Fehlende Investitionen würden zu noch höheren Folgekosten führen. „Es kann nicht sein, dass der Steuerzahler wiederholt die Zeche zahlen muss, weil dringend notwendige Investitionen in den Erhalt der Infrastruktur immer wieder in die weite Zukunft verschoben werden“, kritisierte Heimlich.

Bereits am Samstag, 21. Februar 2015, hat der Zähler die Grenze von 47 Mrd. Euro überschritten.

Quelle: ACE Auto Club Europa