Emissionshandel: WVM-Präsident Bell befürchtet neue Millionenbelastungen

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Quelle: WirtschaftsVereinigung Metalle e.V.

Berlin/Brüssel — WVM-Präsident Oliver Bell befürchtet durch die Reform des Emissionshandels zusätzliche Millionenkosten für die Industrie. „Die aktuellen Pläne bedeuten die Einführung einer CO2-Steuer durch die Hintertür“, kritisiert Bell zwei Tage vor der Abstimmung im EU-Umweltausschuss in Brüssel. „Eine Preissteigerung von 10 Euro pro Tonne CO2 bedeutet allein für unsere Branche rund 30 Millionen Euro Zusatzkosten jedes Jahr. Diese Kosten werden nicht kompensiert und schwächen damit unsere globale Wettbewerbsfähigkeit.“

Die Hauptgeschäftsführerin der WirtschaftsVereinigung Metalle Franziska Erdle bezeichnete die geplante Marktstabilitätsreserve als weiteren Nachteil für die Wettbewerbsfähigkeit der betroffenen Unternehmen. „Statt den Markt zu stabilisieren, wird unsere Position im weltweiten Wettbewerb instabiler. Durch neue politische Eingriffe entstehen neue Kosten. Wir entfernen uns damit immer weiter von einem marktwirtschaftlichen System“, so Erdle.

Das besondere Augenmerk liegt in der Nichteisen-Metallindustrie auf den indirekten CO2-Kosten im Strompreis. Sie machen in der Branche den größten Teil der Kosten des Emissionshandels aus.

Die WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM) vertritt die wirtschaftspolitischen Anliegen der Nichteisen-Metallindustrie. Die 660 Unternehmen erwirtschafteten im ersten Halbjahr 2014 einen Umsatz von 22 Milliarden Euro. In der Branche arbeiten rund 108.000 Beschäftigte.

Quelle: WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM)