Bauschutt-Recycling: Berechnungs-Software für Mauerwerkbruch entwickelt

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Bauschutt (Foto: ©Klaus-Bindernowski /http://www.pixelio.de)

Köln — Bei Abriss-, Umbau- und Sanierungsarbeiten fallen mittelfristig erhebliche Mengen von Mauerwerkbruch in Deutschland an. Schätzungen zufolge ist pro Jahr mit bis zu zehn Millionen Tonnen heterogenem Material zu rechnen. Diese Restmassen zukünftig einem möglichst hochwertigen Recycling zuzuführen, liegt ganz im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, zumal Deponieraum knapper wird und die Kosten für eine Deponierung steigen.

Ziel eines Forschungsvorhabens, das im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) von der AiF-Forschungsvereinigung Porenbetonindustrie e.V. organisiert wurde, war es daher, die Nachhaltigkeit verschiedener Recyclingoptionen für Mauerwerkbruch zu untersuchen und zu bewerten. Das Forschungsvorhaben war eines von insgesamt acht Vorhaben in mauerstein-übergreifenden Forschungsprojekten des breit aufgestellten gemeinschaftlichen Forschungsprojekts „SIM Stoffkreislauf im Mauerbau“, das von der deutschen Mauerstein-Industrie durchgeführt wurde.

Für die Hauptwandbausteinarten Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton und Leichtbeton wurden – je nach Zusammensetzung des Recyclingguts – verschiedene Recyclingtechniken überprüft. Die Ergebnisse führten die Forscher in einem Berechnungsmodell zusammen, wobei ökologische, ökonomische und logistische Aspekte berücksichtigt wurden. Auf der Grundlage dieser Daten ist ein EDV-gestütztes Analysetool in Form einer webbasierten Software entstanden. Dieses neuartige Web-Tool ermöglicht es Planern, Architekten und Recyclern für die Mauerwerks-Restmassen einzelner Objekte individuelle und verlässliche Aussagen zur Nachhaltigkeit zu treffen.

Die Anwender können hier verschiedene Einflussgrößen wie beispielsweise Stoffart, Stoffmix, Menge und Logistikoptionen variieren und situationsspezifische Vergleiche ausführen. So können nachhaltige Stoffkreisläufe im Mauerwerksbau geschlossen und letztlich die Deponierung von Mauerwerks-Restmassen vermieden werden. Von den Ergebnissen profitieren nicht nur mauerwerksproduzierende KMU, sondern auch KMU aus dem Bereich der Recyclingwirtschaft.

Die vorwettbewerbliche IGF ermöglicht insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen. Sie wird zusammen mit 100 branchenorientierten Forschungsvereinigungen im Innovationsnetzwerk der AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen organisiert. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert IGF-Projekte mit öffentlichen Mitteln.

Ansprechpartner zum Projekt sind unter aif.de zu finden.

Quelle: AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V.