Sinkende Ölpreise: Weiterhin starke Rückgänge beim HWWI-Rohstoffpreisindex

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Hamburg — Im Januar ist der HWWI-Rohstoffpreisindex im Vergleich zum Monatsdurchschnitt Dezember 2014 auf US-Dollar-Basis um 17 Prozent und in Euro um 11,8 Prozent stark gesunken. Dieser Rückgang lässt sich vor allem durch die Rohölpreise erklären, die um 21,6 Prozent (in Euro: -16,7 Prozent) niedriger notierten. Neben dem Rohölpreisindex sanken im letzten Monat aber auch alle anderen Unterindizes auf US-Dollar-Basis. Bei den Industrierohstoffen gab vor allem der Index für „NE-Metalle“ um 6,9 Prozent (in Euro: -1,1 Prozent) nach. Dagegen sank der Index für „Eisenerz, Stahlschrott“ nur leicht um 0,1 Prozent (in Euro: +6,1 Prozent). Aufgrund der starken Euro-Abwertung im Januar waren die Preisrückgänge auf US-Dollar-Basis wesentlich ausgeprägter als auf Euro-Basis.

Der Index für NE-Metalle sank im Januar in US-Dollar bewertet um 6,9 Prozent (in Euro: -1,1 Prozent). Dabei verbilligten sich auf US-Dollar-Basis alle NE-Metalle – und zwar allen voran Kupfer um 9,5 Prozent (in Euro: -3,9 Prozent) und Nickel um 7,7 Prozent (in Euro: -1,9 Prozent). Gegen Ende des Monats erreichte der Kupferpreis mit unter 5.400 US-Dollar pro Tonne einen so niedrigen Stand wie zuletzt im Sommer 2009 und notierte im Durchschnitt des Monats Januar um 20,3 Prozent (in Euro: -6,7 Prozent) niedriger als im Vorjahresmonat. Eine Tonne Nickel kostete mit rund 14.400 US-Dollar im Laufe des Januars so wenig wie zuletzt im Februar 2014. Die Metallpreise litten dabei unter der schwächeren Weltkonjunktur.

Vor allem China spielt für die internationalen Metallmärkte eine zentrale Rolle. Dort werden aber zurzeit geringere Mengen für die Infrastruktur oder den Hausbau eingesetzt. Anleger hoffen jedoch darauf, dass es der chinesischen Notenbank mithilfe niedrigerer Zinsen gelingt, die Nachfrage wieder zu stimulieren und damit die Preisrückgänge bei den Metallen zu begrenzen. Auch der Eisenerzpreis sank aufgrund schwächerer Zahlen der chinesischen Industrie: China benötigt für sein Wirtschaftswachstum große Mengen an Eisenerz, vor allem für die Produktion von Stahl, und ist weltweit der größte Eisenerzabnehmer. Zusätzlich drückten die großen Angebotsmengen an Eisenerz auf den Preis, der im Januar im Durchschnitt zum Vormonat um 2,4 Prozent sank und bei 67,6 US-Dollar pro Tonne notierte. Im Vergleich zu dem Stand vor einem Jahr entspricht dies einem Minus von 47,1 Prozent. Im Januar sank der Unterindex „Eisenerz, Stahlschrott“ auf US-Dollarbasis aber aufgrund steigender Stahlschrottpreise in den USA und Europa nur leicht.

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist ein Produkt der HWWI Consult GmbH.

Quelle: Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut gemeinnützige GmbH (HWWI)