IKB: Schrottpreise leicht steigend, Angebot an Kupferschrotten weiter eng

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Schrotthalde (Foto: O. Kürth)

Düsseldorf — Die Weltrohstoffpreise haben auf Dollarbasis im Januar 2015 um 17 Prozent nachgegeben. Infolge der Abwertung des Euro gegenüber des US-Dollar (sowie einigen anderen Währungen) reduzierten sich diese in Inlandswährung nur um 12 Prozent. Maßgeblich dazu beigetragen haben die erneut gesunkenen Ölpreise. Die globale Ölversorgung ist derzeit infolge der hohen freien Kapazitäten der OPEC unverändert gut, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Schrottpreise sollen leicht anziehen

2015 dürfte die weltweite Stahlproduktion auf einen neuen Rekord von rund 1,7 Mrd. t zusteuern. China, das gut die Hälfte der globalen Rohstahlproduktion erzeugt, wird nur noch verhalten zulegen. Die EU28 einschließlich Deutschland könnten um rund 2,5 Prozent zulegen. Die Schrottpreise zogen im Januar um bis zu 10 €/t an. Die Erzpreise tendierten weiter schwach. Die Weltstahlpreise sanken im Januar um bis zu 5 Prozent. In Europa gaben Bleche und Bewehrungsstahl um 1,8 Prozent nach, die übrigen Sorten stagnierten bei minimaler Veränderung von +0,4 Prozent). In der Tendenz erwartet die IKB bis Ende März 2015 in Europa einen Gesamtanstieg bis 2 Prozent für Flachprodukte, für Langprodukten Stagnation. Die Schrottpreise sollen leicht anziehen.

Aluminium: Belebung ab zweitem Quartal 2015

Nachdem im Jahr 2014 die chinesische Erzeugung nach oben korrigiert wurde, wodurch die weltweite Primäraluminium-Produktion um 4,8 Prozent zulegte, dürfte 2015 ein Anstieg auf rund 54,5 Mio. t erfolgen. Die Lagerbestände an der LME reduzierten sich auf unter 4,05 Mio. t; diejenigen der Sekundärlegierung liegen unter 27.000 t. Die Vorräte an den übrigen Börsen sind gering. Die investiven Nachfrager haben ihre Bestände im Januar aufgestockt. Die IKB sieht einen Seitwärtstrend für Primär- wie auch Sekundäraluminium-Preise. Eine Belebung sollte ab dem zweiten Quartal 2015 erfolgen. Tendenziell wird für Primäraluminium und Sekundärlegierungen mit einer Bewegung bis Ende März 2015 um 1.900 US-$/t in einem Band von 200 US-$ gerechnet.

Mit Verbrauchszunahme bei Kupfer gerechnet

Infolge eines hohen zweistelligen Zuwachses des chinesischen Kupferverbrauchs stieg die weltweite Nachfrage nach Kupfer bis Oktober 2014 um 11 Prozent an; die Nachfrage in Europa legte im gleichen Umfang zu. Der Gesamtjahresanstieg dürfte bei über 5 Prozent gelegen haben und mit einem Produktionsdefizit von über 300.000 t verbunden gewesen sein. Für 2015 erwartet die IKB eine Verbrauchszunahme auf rund 22,5 Mio. t. Die Ausweitung der Produktionskapazitäten sollte 2015 zu einem kleinen Produktionsüberschuss führen. Die Lagerbestände der Börsen reichen für rund 6,5 Tage. Die investive Nachfrage hat zuletzt weiter angezogen. Das Angebot an Kupferschrotten ist unverändert eng. In der Tendenz sieht die IKB bis Ende März 2015 eine Bewegung des Kupferpreises um 5.700 US-$/t in einem Band von 500 US-$.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank