Drekopf-Gruppe übernimmt Hennemann: Fast alle Arbeitsplätze bleiben erhalten

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Quelle: Drekopf-Gruppe / IGE Hennemann Recycling GmbH

Lübbecke — Wie der Insolvenzverwalter Stefan Meyer mitteilt, übernimmt die Firma Drekopf mit Ausnahme des Betriebes in Rippershausen alle Standorte der insolventen IGE Hennemann Recycling GmbH. Das Insolvenzverfahren war am 1.10.2014 eröffnet worden. Die Drekopf-Gruppe wird den Geschäftsbetrieb schnellstmöglich übernehmen, sobald die beim Regierungspräsidenten beantragten Betriebsgenehmigungen für die einzelnen Betriebsstandorte vorliegen.

Die IGE Hennemann Recycling GmbH mit Hauptsitz in Espelkamp (NRW) handelt es sich um einen nach neuesten Technologien ausgerichteten Elektro-Verwertungs- und Entsorgungsbetrieb, der bundesweit tätig ist. In Espelkamp werden alleine vier Standorte betrieben; daneben befinden sich Betriebsstandorte in Rippershausen (Thüringen), Halle (Saale) und Goslar. Zudem wird in Dortmund ein Vertriebsstandort betrieben. Die IGE Hennemann Recycling GmbH beschäftigte – bei einem Jahresumsatz von zuletzt rd. 26 Mio. €in 2013 (rd. 29 Mio. € in 2012) – zum Zeitpunkt der Insolvenzantragstellung rund 125 Mitarbeiter.

Unternehmen nahezu vollständig erhalten

Zuletzt lag der Tätigkeitsschwerpunkt des modernen Dienstleistungsunternehmens im Elektro- und Elektronikrecycling. Der Betrieb ist als Behandlungsanlage und (Zwischen-) Lager für Elektro- und Elektronik-Altgeräte bundesemissionsschutzrechtlich zugelassen und unterwirft sich als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb einer jährlich zu wiederholenden Auditierung durch unabhängige Sachverständige.

Das Unternehmen der IGE Hennemann wird nahezu vollständig erhalten bleiben. Die Strukturen in Espelkamp bleiben nicht nur grundsätzlich bestehen (allerdings Konzentration auf 3 Standorte), sondern sollen in der näheren Zukunft sogar noch um weitere Entsorgungsbereiche in Espelkamp ausgeweitet werden. Auch die Standorte in Halle (Saale), Goslar und Dortmund bleiben erhalten. Lediglich der verlustreiche Betrieb in Thüringen (Rippershausen) wird geschlossen. Es werden mit Ausnahme von sieben am Standort in Rippershausen beschäftigten Mitarbeitern sämtliche Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Breit gefächerte Dienstleistungspalette

Die Drekopf-Gruppe befasst sich seit über 75 Jahren als familiengeführtes, mittelständisches Unternehmen mit der ordnungsgemäßen Entsorgung von Abfällen. Über 650 Mitarbeiter sind in den zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben aktiv. 260 leistungsfähige Lastkraftwagen sorgen für reibungslosen Transport aller Abfälle. Koordiniert von der Unternehmenszentrale in Mönchengladbach sammelt, sortiert, verpresst und vermarktet Drekopf Papier, Kunststoffe, Folien, Holz, Glas, Bauschutt und vieles mehr bundesweit in 13 Recyclingzentren. Die Drehkopf-Gruppe bietet eine breit gefächerte Dienstleistungspalette, die über Tochterunternehmen nicht nur die Entsorgung von festen und flüssigen Sonderabfällen anbietet, sondern auch Dienstleistungen im Be-reich Rohrreinigung und Kanalreinigung erbringt. In den letzten Jahren hat sich die Drekopf-Gruppe zudem zu einem Spezialisten von Aktenarchivierungs- und Aktenvernichtungssystemen entwickelt (BDSG zertifizierte Aktenvernichtungssysteme)

Ein positives Ende

Rechtsanwalt Meyer kommentierte die Sanierungslösung: „Im Rahmen unserer aktiven Investorensuche haben wir über Wochen durchaus sehr umfangreiche und schwierige Verhandlungen geführt, die zuletzt erfreulicherweise in dem Vertragsabschluss mit der Drekopf-Gruppe ein positives Ende gefunden haben. Dieses Ergebnis ist nicht nur für die Gläubiger im Insolvenzverfahren wirtschaftlich die beste sich bietende Möglichkeit, sondern sichert gleichfalls einer Maximalanzahl von Mitarbeitern ihren Arbeitsplatz. Ich habe im Rahmen der Verhandlungen mit den verantwortlichen Personen der Drekopf-Gruppe ein wirtschaftlich gut aufgestelltes mittelständisches und inhabergeführtes Unternehmen kennen gelernt.“

Und er fügte hinzu: „Die Drekopf-Gruppe hat nach meinen Wahrnehmungen einen klar strukturierten und langfristig ausgerichteten Unternehmensplan, dem der Gläubigerausschuss und ich gute Geschäftsentwicklungspotentiale entnehmen konnten. Die Mitarbeiter lagen mir in den Verhandlungen besonders am Herzen. Sie haben nämlich in der Insolvenzphase mit ihrem Einsatz erst dazu beigetragen, dass dieses Unternehmen gemeinsam mit der Geschäftsführung trotz Insolvenz erfolgreich fortgeführt werden konnte.“

Quelle: Meyer Rechtsanwälte Insolvenzverwalter