„Umwelt Schweiz 2015“: Mehr Sekundär-Rohstoffe einsetzen, Altlasten verringern

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Titelblatt des Berichts (Quelle: BAFU)

Bern, Schweiz — Das Ziel für eine zukünftige Schweizer Abfallpolitik liegt neben der Beibehaltung einer umweltgerechten Abfallbehandlung vor allem die Optimierung der Schliessung noch offener Stoffkreisläufe. Und sämtliche Altlasten, von denen eine akute Gefahr ausgeht, sollen bis 2017 saniert werden; für alle anderen müssen die Sanierungsarbeiten spätestens 2025 starten. Das sieht der neue Bericht „Umwelt Schweiz 2015“ vor, der einen Überblick über den Zustand und die Entwicklung der Umwelt im Land gibt und jetzt vom Schweizer Bundesrat verabschiedet wurde.

Zur Sitation der Abfallpolitik bilanziert der Report: Von den im Jahr 2013 angefallenen 5,71 Millionen Tonnen Siedlungsabfällen, was rund 702 kg pro Einwohner und Jahr entspricht, wurden je 2,91 Millionen Tonnen rezykliert und rund 2,80 Millionen Tonnen in Müllverbrennungsanlagen verbrannt. Von den in der Schweiz anfallenden Bauabfällen von jährlich circa 12 Millionen Tonnen wird der grösste Teil – knapp 10 Millionen Tonnen – verwertet. Die übrigen Bauabfälle werden deponiert oder verbrannt.

Geeignete Stoffkreisläufe schliessen

Im Jahr 2013 sind etwa 2, 4 Millionen Tonnen Sonderabfälle entsorgt worden, fast 200.000 Tonnen mehr gegenüber dem Vorjahr. Diese Zunahme ist vor allem auf Abfälle aus der Sanierung belasteter Standorte zurückzuführen. In der Schweiz werden rund 1,3 Millionen Tonnen organische Abfälle in 235 Kompostier- und Vergärungsanlagen mit mehr als 100 Jahrestonnen Kapazität verarbeitet.

Die Abfall- und Rohstoffpolitik soll im Rahmen der Grünen Wirtschaft weiterentwickelt werden, um weitere geeignete Stoffkreisläufe zu schliessen, vermehrt Sekundärrohstoffe einzusetzen sowie den Rohstoffbedarf und das Abfallaufkommen zu senken.

Noch 15.000 Standorte untersuchungsbedürftig

Was Altlasten betrifft, In der Schweiz gibt es gemäss den Katastern von Bund und Kantonen etwa 38.000 mit Abfällen belastete Standorte, die meisten von ihnen im industrialisierten Mitteland. Rund 60 Prozent sind Betriebsstandorte, bei den restlichen 40 Prozent handelt es sich um Deponien sowie um wenige Unfallstandorte. Insgesamt sind 15.000 Standorte untersuchungsbedürftig. Davon wurden bis Ende 2013 circa 7.000 abgeklärt. Bei etwa 4.000 Standorten ist anzunehmen, dass sie Mensch oder Umwelt gefährden und daher saniert werden müssen. Ungefähr 800 davon wurden bereits saniert.

Der Bund unterstützt die Altlastenbearbeitung mit jährlich rund 40 Millionen Franken. Der entsprechende Fonds wird gespeist über eine Abgabe auf die ordnungsgerechte Ablagerung von Bauabfällen, Filteraschen, Kehrichtschlacken und anderen Abfällen in Deponien. Die Kosten für die gesamte Altlastenbearbeitung werden auf insgesamt rund 5 Milliarden Franken geschätzt.

Deckung der Kostenanteile sicherstellen

Handlungsbedarf sieht der Bericht darin, die Verursacher von belasteten Standorten unter Umständen neu dazu zu verpflichten , die Deckung ihres Kostenanteils an die Untersuchung, Überwachung und Sanierung sicherzustellen. Zudem bedürfen Grundstücksänderungen (der Verkauf oder die Teilung eines Grundstücks) solcher Standorte einer Bewilligung. Die entsprechenden Anpassungen des Umweltschutz-Gesetzes sind 2013 bzw. 2014 in Kraft getreten und müssen nun von den
Kantonen umgesetzt werden.

Der vollständige Bericht „Umwelt Schweiz 2015“ kann unter bafu.admin.ch heruntergeladen werden.

Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU