DEPV prognostiziert 10% Steigerung für die deutsche Pelletproduktion

1304
DEPV-Vorsitzender Andreas Lingner (Foto: DEPV)

Berlin — Mit 2,1 Mio. produzierten Tonnen (t) hat Deutschland im Jahr 2014 seine führende internationale Position als Hersteller von Holzpellets gefestigt, meldet der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV). Bei der heimischen Pelletproduktion prognostiziert der Branchenverband für 2015 eine Steigerung von 10 Prozent.

„Das Jahr 2014 war für den gesamten Wärmemarkt und besonders auch für das Heizen mit Pellets nicht zufriedenstellend“, sagt Andreas Lingner, Vorsitzender beim DEPV. Der ausgebliebene Winter 2013/14 hat die Pelletproduktion in Deutschland im Vorjahr beeinflusst. Mit knapp 2,1 Mio. t lag die Produktion immer noch deutlich über dem rund 1,8 Mio. t betragenden Verbrauch 2014. Dazu kam ein generell schwacher Wärmemarkt, dessen schwache Dynamik im Vorjahr erstmals auch die Pelletheizungen bremste. Der mit rund 30 Prozent außergewöhnlich starke Rückgang gegenüber 2013 war auch dem hohen Zuwachsniveau der Vorjahre geschuldet.

Pelletproduktion_und_Inlandsbedarf (Quelle: DEPI)
Pelletproduktion_und_Inlandsbedarf (Quelle: DEPI)

Mittelfristiger Preisvorteil gegenüber Öl

Beim DEPV sieht man für den Energieträger Pellets weiterhin alle Voraussetzungen für einen verlässlichen Energieträger erfüllt, wie eine hohe Brennstoffqualität, gepaart mit transparenter Preisentwicklung und breiter Verfügbarkeit. Durchschnittlich kosteten im Jahr 2014 Pellets 258,34 EUR/t. Der Rückgang um gut 5 Prozent gegenüber dem Jahr 2013 (273,00 EUR/t) führt der DEPV auf die höhere Verfügbarkeit von Sägespänen zurück. Pellets wiesen gegenüber Heizöl im letzten Jahr im Durchschnitt einen Preisvorteil von rund 32 Prozent auf. Die gegenwärtige Ölpreisentwicklung wird aus Sicht des Fachverbandes die wirtschaftlichen Argumente für eine Pelletheizung nicht aushebeln. Seit Beginn der Aufzeichnungen des Pelletpreises 2002 gab es immer wieder Situationen, in denen Öl sogar günstiger als Pellets war (einige Monate 2002 bis 2004 sowie Januar 2007). Dem mittelfristigen Preisvorteil von Pellets hat dies nicht geschadet. Er betrug in den letzten zehn Jahren 35 Prozent.

Flächendeckende Versorgung gesichert

Die Produktionskapazität (technisch mögliche Produktion) für Holzpellets betrug im Jahr 2014 ca. 3,2 Mio. t. Hergestellt wurden 2,1 Mio. t Holzpresslinge. Hauptproduktions-Grundlage waren mit 89 Prozent Sägerest-Hölzer, d.h. die in Sägewerken anfallenden Späne und Hackschnitzel. Dass Qualität weiterhin im Fokus der Branche liegt, belegt die Quote von 97 Prozent Holzpellets, die aus ENplus-zertifizierten Produktionen stammen. Das dichte Händlernetz sichert eine flächendeckende Versorgung im ganzen Bundesgebiet. Geliefert werden Pellets in Deutschland zu 79 Prozent in loser Form mit dem Tankwagen. Sackware (Pellets in 15 kg-Säcken) wird mit 21 Prozent Verkaufsanteil insbesondere zur Verwendung in Pelletkaminöfen eingesetzt. Deutschland bleibt 2014 mit voraussichtlich über 250.000 t Überschuss eindeutig Nettoexporteur von Pellets, über 70.000 t mehr als im Vorjahr.

Quelle: Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV)