BRV blickt auf 25 Jahre Baustoff-Recycling in Österreich zurück

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25 Jahre BRV (Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband)

Wien — Auch wenn die Römer schon alte Bauwerke als Quelle für Baustoffe nutzten, gibt es Baustoff-Recycling im modernen Sinne erst seit 25 Jahren in Österreich in geregelter Form über spezialisierte Unternehmen. Eine Jubiläumsveranstaltung dazu wird der Österreichische Baustoff-Recycling Verband (BRV) am 26. März 2015 in Wien abhalten. Die vielen neuen Entwicklungen, die 2015 im Mittelpunkt der Recyclingwirtschaft stehen werden – neue Recycling-Baustoffverordnung, neue Rückbauvorschriften, AlSAG-Novelle –, werden gleichzeitig auf einem Fachkongress internationale Beachtung finden.

Richtlinie gilt als „best case“

Seit über 20 Jahren schon verlangt der BRV ein Abfallende für gütegeschützte Recycling-Baustoffe. Eine entsprechende Basis wurde bereits 1990 durch die Richtlinie für Recycling-Baustoffe gelegt, die in Abstimmung mit dem damaligen Umweltministerium bundesweit einheitlich die Bau- und Umwelttechnik festlegte. Diese Richtlinie wurde zwischenzeitlich insgesamt acht Mal aktualisiert und in vielen Regelwerken wie Önormen, RVS, Richtlinien und Standardisierte Leistungsbeschreibungen empfohlen bzw. verbindlich als Stand der Technik festgelegt. Von Seiten der Nachbarländer und weiterer Staaten wurde das österreichische Vorgehen oftmals als „best-case“ bezeichnet, da es einerseits bundeseinheitlich gilt, andererseits Umwelt und Bautechnik in Einem behandelt.

Rückbaunorm erfordert Schadstoffanalyse

Ende 2014, nach mehr als zwei Jahren Entwicklungsarbeit, legte das BMLFUW den ersten offiziellen Verordnungsentwurf vor, der das Baustoff-Recycling durch eine rechtlich verbesserte Basis (Verordnung) fördern soll. Zwecks Qualitätsverbesserung wird dabei vorwiegend ein strikteres Vorgehen beim Abbruch in Form eines selektiven Rückbaus verlangt.

Mit 1. Dezember wurde eine Rückbaunorm veröffentlicht, die bei jedem Bauvorhaben (ausgenommen Kleinstobjekte) eine Schadstoffanalyse, veranlasst durch den Bauherren, vorsieht. Zudem sind Störstoffe wie Gips, nichtmineralische Bestandteile oder Glas von den mineralischen Baurestmassen zu separieren. Damit verbleiben sortenreine Fraktionen mit weniger Verunreinigungen. Dieses Material soll in Zukunft den Recycling-Betrieben eine weitere Qualitätssteigerung zu den schon existierenden Produktionsschritten ermöglichen.

Neue Norm steht an

In Bälde wird eine neue Norm für Recyclate in Begutachtung gehen, die gemeinsam mit dem Verordnungsentwurf die Möglichkeit einräumen wird, ein Abfallende für Recycling-Baustoffe zu erreichen. Diese Regelung wird noch ausdiskutiert werden und könnte jedenfalls mit 2016 wirksam werden. Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband begrüßt die Entwicklung insgesamt, verwies aber in seiner Stellungnahme auf die noch notwendigen Adaptierungen, um auch in Zukunft Recycling-Material flächendeckend und konkurrenzfähig am Markt platzieren zu können.

Am 26. März bietet der BRV einen Fachkongress an, der die neue Abbruchnorm, den Stand der Recycling-Baustoffverordnung, Neues zum AlSAG sowie Verpflichtungen des Bauherrn und der Unternehmer aufzeigt. Darüber hinaus wird im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Vertretern von Infrastrukturbetreibern und Bauherren die zukünftige Vorgangsweise diskutiert werden. Vertreter aus Deutschland und den Niederlanden werden zudem ihre internationale Sicht dazu einbringen.

Quelle: Österreichischer Baustoff-Recycling Verband (BRV)