„Runder Tisch“ zu ADR, ElektroG und Lithiumbatterien setzt Task-Force ein

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Batterierecycling (Foto: GRS-Batterien)

Bonn — Zu einem „Runden Tisch ADR/ElektroG“ haben sich am 21. Januar 2015 Vertreter der privaten und kommunalen Entsorgungswirtschaft zusammengefunden mit Vertretern der kommunalen Spitzenverbände, der Hersteller, des Handels, der Stiftung EAR, der Stiftung GRS Batterien unter Beteiligung von Bundes- und Landesministerien, des Umweltbundesamtes sowie der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Bonn .

In sachlicher und konstruktiver Atmosphäre fand unter Moderation des bvse ein intensiver Informations- und Erfahrungsaustausch statt. Er machte deutlich, wo die Altgeräteerfassung derzeit steht, welche Geräte betroffen sind und wie ein ADR-konformer Transport durchgeführt werden kann.

Unverpackt, aber geschützt

Insbesondere wurde von Seiten der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung klargestellt, dass ein Transport der betroffenen Geräte in loser Schüttung (z. B. in Containern ohne weitere Packhilfsmittel) durch die ADR-Vorschriften nicht abgedeckt ist. Daraus ergibt sich in der Konsequenz, dass Geräte mit Lithiumbatterien und Lithiumzellen von anderen Altgeräten zu separieren und in geeigneten Behältern wie z. B. Gitterboxen zu sammeln sind. Denn das Bundesverkehrsministerium hat eine „unverpackte“ Beförderung zugestanden, vorausgesetzt, die enthaltenen Zellen und Batterien werden durch das Gerät gleichwertig geschützt. Dies ist z. B. dann der Fall, wenn die Geräte in Gitterboxen gestapelt werden. Erst durch die Gitterbox oder einen anderen ADR-konformen Behälter geschützt, dürfen sie im Container mittransportiert werden.

Gleichzeitig wurde deutlich gemacht, dass eine Verdichtung oder Umschüttung der ADR-konform erfassten Geräte mit Lithiumbatterien nicht erfolgen darf, da dies zur Beschädigung der enthaltenen Batterien führen kann. Im Gesetzentwurf des neuen ElektroGs ist darüber hinaus vorgesehen, dass Lithiumbatterien bei der Erfassung vom Gerät zu entfernen sind, wenn sie nicht vom Gerät umschlossen sind.

Rechtskonformen Transport sichern

Um eine regelkonforme Umsetzung gewährleisten zu können, sind die Sammel- und Übergabestellen für die rechtskonforme Sammlung und Bereitstellung der Behältnisse in der Pflicht, genauso wie der Transporteur, der einen rechtskonformen Transport sicherstellen muss.

Die Herausforderung besteht nun darin, einerseits die Erfassung und Bereitstellung der betroffenen Geräte an den Sammel- und Übergabestellen sowie den anschließenden Transport ADR-konform zu gewährleisten und dies andererseits in die funktionierenden Prozesse der Altgeräteerfassung zu integrieren. Mit dieser Problemstellung wird sich auf Beschluss der Teilnehmer des Runden Tisches eine Task-Force beschäftigen, die konkrete Umsetzungsvorschläge erarbeiten wird.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.