Siedlungsabfälle: Sächsisches Pro-Kopf-Aufkommen 2013 gleichgeblieben

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Ausschnitt aus Titelblatt der Abfallbilanz (Quelle: Sächsische Staatskanzlei)

Dresden — Den sächsischen Landkreisen, Kreisfreien Städten und Abfallverbänden wurden im Jahr 2013 insgesamt 1,7 Mio. t Abfälle zur Entsorgung überlassen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Aufkommen der den örE zur Entsorgung überlassenen Siedlungsabfälle um 0,1 Mio. t gesunken. Dabei lag die Abfallmenge aus privaten Haushalten und Kleingewerbe wie im Vorjahr unverändert bei 1,3 Mio. t. Nahezu gleich geblieben sind das absolute Aufkommen von Restabfällen, sperrigen Abfällen sowie Problemstoffen. Das Gesamtaufkommen von Bio- und Grünabfällen lag um ca. 5 800 t niedriger als im Vorjahr. Der wiederholte Rückgang ist nahezu vollständig auf die über die Biotonne getrennt gesammelten Bioabfälle zurückzuführen. Die getrennt erfassten Wertstoffe verzeichneten insgesamt einen Mengenzuwachs um ca. 7 000 t. Hier machte sich der erneute Anstieg der getrennt erfassten Leichtverpackung um ca. 6 000 t bemerkbar.

Das Pro-Kopf-Aufkommen lag im Jahr 2013 mit insgesamt 322 kg im Vergleich zum Vorjahr um ein 1 kg höher. Unverändert blieben die einwohnerspezifischen Werte von Restabfällen (126 kg), PPK (50 kg), Glas (25 kg), den sonstigen getrennt erfassten Wertstoffen mit 6 kg und Problemstoffen mit 1 kg. Gegenüber dem Vorjahreswert sank das Pro-Kopf-Jahresaufkommen von Bio- und Grünabfällen um 2 kg. Zum fünften Mal in Folge stieg gegenüber dem Vorjahresergebnis das Pro-Kopf-Aufkommen von Leichtverpackungen um 1 kg. Bei den sperrigen Abfällen stieg das Pro-Kopf-Aufkommen um ein 1 kg.

Bau- und Abbruchabfälle verringert

Insgesamt wurden den örE etwa 0,08 Mio. t weniger Abfälle aus anderen Herkunftsbereichen als im zurückliegenden Jahr überlassen. Deutlich verringert hat sich die Menge der überlassenen Abfälle von Bau- und Abbruchabfällen um 0,09 Mio. t. Der Rückgang der überlassenen Menge von Abfällen aus Sortier- und Behandlungsanlagen betrug 0,01 Mio. t und fiel etwas geringer als gegenüber dem Vorjahr aus. Die überlassene Menge von Abfällen aus Gewerbe und Industrie und von öffentlichen Flächen stieg jeweils um 0,01 Mio. t gegenüber dem Vorjahr.

Zur Hälfte stofflich genutzt

Etwa knapp die Hälfte der Siedlungsabfälle des Jahres 2013 wurde durch mechanische Sortierung, direkte Aufbereitung/Verwertung oder Kompostierung/Vergärung wieder dem Stoffkreislauf zugeführt und damit stofflich genutzt. Dazu gehörten vor allem die getrennt erfassten Wertstofffraktionen sowie Bio- und Grünabfälle. Der Zwölf-Prozent-Anteil der Siedlungsabfälle, der kompostiert bzw. vergärt wurde, setzt sich fast vollständig aus Bio- und Grünabfällen zusammen, wobei die Vergärung hierbei einen Anteil von etwa 1 Prozent der aus privaten Haushalten und gewerblich getrennt erfassten Bioabfälle ausmachte. In die mechanisch-biologischen Behandlungsanlagen sowie in MVA gelangten weitere 0,6 Mio. t bzw. 35 Prozent der Siedlungsabfälle. Bei 85 Prozent der in diesen Anlagen behandelten Abfälle handelte es sich um Restabfälle aus privaten Haushalten und dem Kleingewerbe.

Energetische Nutzung gestiegen

Die energetische Nutzung der den örE überlassenen Siedlungsabfälle ist auf Grund der geänderten Zuordnung der MVA zur sonstigen Verwertung von 1 Prozent auf 16 Prozent gestiegen, dabei betrug der Anteil der MVA 15 Prozent. Der Anteil von Abfällen aus Gewerbe und Industrie, Sortier- und Behandlungsreste von Siedlungsabfällen sowie holzige Bestandteile von sperrigen Abfällen und Grünabfällen, welche in Feuerungsanlagen von Heizkraftwerken oder zur Ersatzbrennstoffaufbereitung zur späteren Energieerzeugung eingesetzt wurden, lag wie in den Vorjahren bei 1 Prozent. Detaillierte Angaben können der Tabelle 6 entnommen werden.

Deponierte Mengen unverändert

Auf Deponien beseitigt wurden 0,15 Mio. t bzw. 9 Prozent der Abfälle. Die deponierte Abfallmenge hat sich im Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr kaum geändert. Die auf Siedlungsabfalldeponien verbrachten Abfälle stammten sowohl von Verbandsmitgliedern als auch von Abfallerzeugern im Verbandsgebiet, die ihre Abfälle diesen Entsorgungsanlagen direkt anlieferten. Die Menge verwendeter mineralischer Bau- und Abbruchabfälle als Deponiebedarfsstoff zum Wege- und Böschungsbau sowie als Abdeckmaterial bei Deponiebau- und -Deponiesicherungsmaßnahmen sank gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Mio. t.

Die vollständige Veröffentlichung zuur „Siedlungsabfallbilanz und Abfallgebühren des Freistaates Sachsen 2013“ steht unter publikationen.sachsen.de zum Download bereit.

Quelle: Sächsische Staatskanzlei