Österr.: RepaNet kritisiert fehlende Wieder-Verwendung in Recycling-Baustoff-VO

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Quelle: RepaNet

Wien — Im November 2014 veröffentlichte das österreichische Umweltministerium den Entwurf einer neuen Recycling-Baustoff-Verordnung. RepaNet, das Re-Use- und Reparaturnetzwerk Österreich, Verein zur Förderung der Wiederverwendung, Ressourcenschonung und der Beschäftigung im Umweltbereich, begrüßt zwar grundsätzlich die Verordnungsinitiative hinsichtlich der Weiterentwicklung der Verwertung von Abfällen aus dem Abbruchbereich. Allerdings regt die Organisation „dringend“ an, auch die zweite Stufe der Abfallhierarchie – Vorbereitung zur Wiederverwendung – in die Verordnung aufzunehmen. Dadurch könnte ein neuer Markt gefördert, zahlreiche qualitativ hochwertige „Green Jobs“ geschaffen und öffentliche Fördergelder eingeworben werden

RepaNet schlägt eine „behutsame“ Implementierung mit drei Elementen vor:

1. Kombination der Schadstofferkundung mit einer verpflichtenden Erkundung auch potentiell re-use-fähiger Bauteile: Grundlage für die Umsetzungspraxis könnte zunächst eine auf vorhandenen Projektergebnissen beruhende Beispielliste in den Verordnungserläuterungen sein, später dann von Praktikern weiter verfeinerte Produktlisten mit Beschreibungen aus künftigen Projekten.

2. Verpflichtung einer Veröffentlichung der Erkundungsergebnisse in noch zu schaffenden „Bauteilbörsen“, etwa als Erweiterung bestehender Recycling-Baustoff-Börsen.

3. Verpflichtung, einschlägigen Fachbetrieben (ggf. den „Bestbietern“ über o.g. Börsen) mit entsprechenden (gewerberechtlichen und ggf. abfallrechtlichen) Berechtigungen in einem vorher definierten Zeitraum (z.B. parallel zur Schadstoffentnahme) den ungehinderten und zerstörungsfreien Ausbau der von diesen benötigten re-use-fähigen Bauteile zu erlauben und den Ausbau bei vorhandener Nachfrage verpflichtend zu ermöglichen.

Geschehe dies zum jetzigen historischen Zeitpunkt nicht, werde es in späteren Jahren ungleich schwieriger, Initiativen zur Wiederverwendung ganzer Bauteile aus dem Gebäuderückbau nachträglich in gesetzlich vorgegebene Prozessroutinen der Abbruchpraxis zu integrieren. Derzeit – so RepaNet – gibt es in Österreich dazu zwar noch keine nennenswerten wirtschaftlichen Aktivitäten; aus österreichischen Projektergebnissen sowie aus Erfahrungen anderer EU-Mitgliedstaaten liegen jedoch ausreichend Informationen vor, die darauf hindeuten, dass im Bereich der Wiederverwendung ganzer Bauteile aus dem Gebäuderückbau in den nächsten Jahren auch in Österreich ein neuer zukunftsfähiger Markt mit dem Potential für zahlreiche, qualitativ höherwertige „Green Jobs“ entstehen kann und wird.
Jetzt die Vorbereitung zur Wiederverwendung aus der Recycling Baustoff Verordnung auszuklammern würde bedeuten, die Tür zu diesem zukunftsträchtigen Potential für heimische KMUs und soziale Integrationsunternehmen auf lange Zeit zu verschließen.

Die vollständige RepaNet-Stellungnahme kann unter repanet.at heruuntergeladen werden.

Quelle: RepaNet