HWWI: Industrie- und Energierohstoffe verbilligten sich 2014 kräftig

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Hamburg — Der HWWI-Rohstoffpreisindex auf US-Dollar-Basis ist im Jahresdurchschnitt 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent gesunken. Auf Euro-Basis reduzierte er sich um 7,4 Prozent. Wesentlicher Grund für diesen Rückgang war der gesunkene Ölpreis, da Rohöl im Index eine große Rolle spielt. So sank der Index für Rohöl um 7,2 Prozent (in Euro: -7,7 Prozent). Insgesamt reduzierte sich der Index für Energierohstoffe um 7,5 Prozent (in Euro: -8 Prozent), wobei sich Kohle um 15,1 Prozent (in Euro: um -15,3 Prozent) verbilligte. Kräftig gaben auch der Teilindex für Eisenerz/Stahlschrott um 19,6 Prozent (in Euro: -19,9 Prozent) nach. Der Index für NE-Metalle blieb nahezu unverändert gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2013 und stieg nur leicht um 0,1 Prozent (in Euro: +0,2 Prozent). Dabei entwickelten sich die einzelnen Metalle im Index jedoch sehr unterschiedlich.

Der Index für Industrierohstoffe gab im Jahr 2014 vor allem aufgrund der niedrigeren Eisenerzpreise nach und sank im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 Prozent (in Euro: -4,9 Prozent). Bei den NE-Metallen verbilligten sich Kupfer um 6,2 Prozent (in Euro: -6.2 Prozent) und Blei um 2 Prozent (in Euro: -2.2 Prozent), während sich vor allem Zink um 13,4 Prozent (in Euro: -13.4 Prozent) und Nickel um 12,5 Prozent (in Euro: -12.4 Prozent) verteuerten.

Der Preisrückgang beim Kupfer wurde ebenfalls durch Sorgen über die weitere Wirtschaftsentwicklung in China ausgelöst, das rund 40 Prozent des weltweit gehandelten Kupfers nachfragt. Ähnliches gilt für Blei, das zu einem großen Teil für die Herstellung von Autobatterien verwendet wird. Beim Zink wirkten im Jahr 2014 die Sorgen über einen möglichen Angebotsengpass preissteigernd, weil sich in den nächsten Jahren die Zinkförderung in wichtigen Minen weitestgehend erschöpfen könnte. Auch die gesunkenen Zinklagerbestände trugen dazu bei, dass der Zinkpreis auf ein Dreijahreshoch anstieg.

Preissteigernd bei Nickel wirkte sich vor allem der Exportstopp Indonesiens Anfang 2014 aus. Bis dahin war Indonesien der größte Exporteur von Nickelerzen. Ziel des Exportstopps war, dass die indonesische Wirtschaft stärker von der Weiterverarbeitung des Metalls profitieren sollte. Infolgedessen stieg der Nickelpreis zwischen Januar und dem Hochstand im Mai 2014 um gut 52 Prozent (in Euro: +51,8 Prozent), da die Marktteilnehmer eine extreme Angebotsverknappung befürchteten. Im weiteren Verlauf des Jahres drückten jedoch Sorgen, dass sich die chinesische Nickelnachfrage zunehmend abschwächen könnte und die Tatsache, dass die Philippinen ihre Nickelproduktion stärker als vorhergesehen ausdehnen konnten, den Nickelpreis wieder nach unten.

Quelle: Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut gemeinnützige GmbH (HWWI)