Institut cyclos-HTP veröffentlicht Katalog zur Bewertung der Recyclingfähigkeit

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Quelle: Institut cyclos-HTP GmbH

Aachen — Das Institut cyclos-HTP hat einen Anforderungs- und Bewertungskatalog zur Bewertung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen und Waren erarbeitet. Er entstand mit Unterstützung des Unternehmens Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH und dient als fachliche Grundlage zur Testierung und Bewertung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen und Waren.

Der Begriff Recycling bündelt mehrstufige komplexe verfahrenstechnische Prozessketten im industriellen Maßstab, die zwischenzeitlich etabliert sind. Durch deren fortgeschrittene Standardisierung ist eine Bemessung der spezifischen Eigenschaften eines Erzeugnisses in der Nachgebrauchsphase möglich. Die Recyclingfähigkeit kann für einzelne Verpackungen und Waren festgestellt werden. Sie ist individuelles Attribut und als graduelle Kennzahl Ausdruck und Instrument gelebter Produktverantwortung.

Der Begriff „Recycling“ soll im Rahmen dieses Bewertungskataloges sehr eng ausgelegt werden. Recycling bedeutet im Folgenden immer die stoffliche Verwertung ohne Veränderung der Molekülstruktur zu Recyclaten, Regeneraten, Blends oder Legierungen, die in Standardanwendungen jeweils korrespondierendes Neumaterial ersetzen können.

Zur Realisierung eines closed-loop-recyclings der Ebene 1 ist die Existenz eines entsprechenden Recycling-Pfades Voraussetzung. Aktuell sind diese Voraussetzungen in den Recyclingpfaden 5 (PET), 9 (Wb / Fe-Metalle), 10 (ALU / NE-Metalle) und 12 (Glas) vom Grundsatz her gegeben.

Das herkömmliche Verständnis eines closed-loop-recyclings, bei dem rezyklierte Werkstoffe nicht nur korrespondierendes Neumaterial ersetzen, sondern darüber hinaus erneut in der primären Anwendung zum Einsatz kommen können, wird hier durch eine zweite Ebene ergänzt, innerhalb derer ggf. geschlossene Recyclingkreisläufe auf einem qualitativ niedrigeren Niveau realisiert werden können.

Als Beispiel hierfür kann die Produktion polyolefinischer Regranulate genannt werden. Diese Regranulate ersetzen in ihren Anwendungen korrespondierendes Neumaterial, sind allerdings im Gegensatz zur Neuware beispielsweise in der Farbgebung eingeschränkt. Dieses Qualitätsniveau der Ebene 2 kann, abhängig von erneuter Farbgebung, Zuschlagstoffen etc., auch beim wiederholten Durchlaufen der Recyclingprozesskette erreicht werden, so dass auch hier – nach einer ersten Kaskadenstufe innerhalb der Verwertungskette – ggf. geschlossene Kreisläufe vorliegen.

Dagegen werden Verfahren der stofflichen Verwertung in diesem Bewertungskatalog nicht als Recycling bewertet, in denen zwar Sekundärrohstoffe in Erzeugnisse eingebunden werden, diese aber nicht das in der entsprechenden Anwendung typische Neumaterial ersetzen. Verwertungsverfahren, bei denen Stoffe unmittelbar oder mittelbar energetisch genutzt werden, sind ebenfalls nicht berücksichtigt.

Der komplette Anforderungs- und Bewertungskatalog ist unter cyclos-htp.de zu finden.

Quelle: Institut cyclos-HTP GmbH