IKB erwartet im ersten Quartal leicht anziehende Stahl- und Alu-Schrottpreise

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Aluminium-Schrott (Foto: Marc Weigert)

Düsseldorf — Die weltweite Stahlproduktion dürfte 2014 auf einen neuen Rekord von 1,68 Mrd. Tonnen gestiegen sein, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. Für 2015 erwartet die IKB einen Zuwachs auf bis zu 1,75 Mrd. Tonnen. Die EU28 einschließlich Deutschland könnten um rund 3 Prozent zulegen.

Die Schrottpreise bleiben im Dezember stabill; die Erzpreise tendieren schwach. Die Weltstahlpreise sanken im Dezember um rund 3,5 Prozent, Bewehrungsstahl gab sogar um fast 5 Prozent nach. In Europa stagnierten Flachprodukte bzw. zeigten geringe Steigerungen, während Langprodukte zwischen 1 und 3 Prozent sanken. In der Tendenz ist für Flachprodukte in Europa im ersten Quartal mit einem Anstieg bis 2 Prozent zu rechnen, bei Langprodukten mit Stagnation. Schrottpreise dürften leicht anziehen.

Im Jahr 2014 legte die weltweite Primäraluminium-Produktion um gut 3 Prozent zu. China und die Golfregion expandierten, Westeuropa stagnierte, Amerika und Osteuropa verbuchten hohe Rückgange. Die Primäraluminium-Produktion dürfte 2015 rund 51 Mio. Tonnen betragen. Die Lagerbestände an der LME reduzierten sich auf 4,21 Mio. Tonnen, sind aber immer noch hoch; diejenigen der Sekundärlegierung liegen unter 27.000 t. Die investiven Nachfrager haben ihre Bestände zum Jahresende um 80 Prozent aufgestockt. Die IKB sieht einen leichten Aufwärtstrend für Primär- wie für Sekundäraluminiumpreise. In der Tendenz ist mit einer Bewegung bis Ende März 2015 um 2.000 US-$/Tonne in einem Band von 200 US-$ zu rechnen, für Sekundärlegierungen um rund 50 US-$ darüber.

Der chinesische Kupferverbrauch stieg bis Ende September 2014 um 21 Prozent: Die weltweite Nachfrage nach Kupfer war um 12 Prozent, die in Europa um 11 Prozent höher, in Amerika reduzierte sie sich dagegen. Die Kupferminenproduktion (+3 Prozent) expandierte aufgrund von Produktionsunterbrechungen geringer, ebenso wie die Raffinadeerzeugung (+7 Prozent), weshalb ein Angebotsdefizit entstand. Dieses dürfte auch im Gesamtjahr nicht ausgeglichen werden und insgesamt gut 150.000 Tonnen ausmachen. Für 2015 erwartet die IKB eine Verbrauchszunahme von rund 6 Prozent. Die Lagerbestände der Börsen reichen für rund 5 Tage. Die investive Nachfrage wurde zuletzt leicht erhöht. Das Angebot an Kupferschrotten ist weiterhin eng. In der Tendenz sieht die Industriebank bis Ende März 2015 eine Bewegung des Kupferpreises um die 6.600 US-$/Tonne in einem Band von 350.

Für die nächsten Monate erwartet die IKB eine Fortsetzung der Risiken aus geopolitischen Konflikten. Zudem bleibt der Abwertungsdruck auf den Euro angesichts der expansiven Geldpolitik bestehen. Für die nächsten sechs Monate wird ein Euro um 1,20 US-$ erwartet. Russland, dessen Ausfuhren zu zwei Dritteln von Erdöl- und Erdgasimporten abhängt, steuert auf eine Rezession zu und dürfte vor allem als Käufer für deutsche Waren – nicht zuletzt wegen des Sinkflug des Rubels – ausfallen. Dies trifft vor allem den Maschinenbau und die Fahrzeugindustrie.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank